Nehmen wir mal an, Sie hätten eine Operation vor sich und müssten nur eine Sache noch entscheiden.
Die Kriterien sind erstens das Geld -- Sie möchten alle unnötigen Ausgaben vermeiden --, und zweitens
das Schmerzvermeiden, wobei es nur um Ihre eigenen Schmerzen geht: die Schmerzen anderer spielen für
Sie keine Rolle. Der Arzt Legt Ihnen zwei Möglichkeiten der Operation vor:
Die eine ist eine sehr teure Prozedur, bei der Sie einer totalen Betäubung unterliegen und überhaupt
keine Schmerzen spüren werden. Die zweite ist anders: Sie wird ganz billig sein, aber es wird keine
Betäubung geben. Daher werden Sie alle Operationsschmerzen fühlen. Aber der Arzt wird Ihnen
zweimal ein Medikament geben. Erstens vor der Operation eines, das alle Ihre Erinnerungen löscht,
so dass Sie auf dem Operationstisch keine Erinnerung an Ihr normales Leben haben werden, und das zweite
wenn die Schmerzen vorbei sind, um alle Erinnerung an das zu löschen, was Sie dem Operationstisch erlebt
haben.
Die Frage ist: Gegeben Ihre beiden Kriterien ..., ist es vernünftig für Sie, die billigere Operationsweise
zu wählen? (Meine Übersetzung)
Chisholm, Roderick: Identity through time, in: Language, belief, and metaphysics,
ed. by Howard E. Kiefer and Milton K. Munitz, Albany : State University of New
York Press, 1970, S. 163-182.
Chisholm schreibt das Gedankenexperiment Charles S. Peirce zu (Collected Papers V (1935), 355).
Chisholm präsentiert das Gedankenexperiment als Frage nach der Identität durch die Zeit: man könnte ja so tun, als sei die Zeit zwischen den beiden Amnesien die einer anderen Person. Könnte man: würde man aber nicht, wie Strawson in seinem Kommentar dazu anmerkt.
Chisholm, Roderick (1916- )
Philosophie der Person
Zeitgenössisches Gedankenexperiment
Geändert am:
11. Mai 2007