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"Es gibt für mich keine Zitate" : Intertextualität im dichterischen Werk
Ingeborg Bachmanns. - 1. Aufl. - XI, 505 S. - |
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Abstract:
Text-Text-Beziehungen (Intertextualität) sind ein Lieblingsthema der jüngeren
Forschung. Sie werden jedoch häufiger behauptet als eindeutig nachgewiesen. Die
Untersuchung entwickelt das methodische Rüstzeug, solche Thesen zu prüfen. Auf
dieser Grundlage werden Texte Ingeborg Bachmanns von den frühesten Gedichten bis zur
späten Prosa analysiert. Dabei kann die Untersuchung einige 'Mythen' der jüngeren
Bachmann-Forschung korrigieren, etwa zum Verhältnis von Bachmann und Celan, zu ihrer
'musikalischen Poetologie' oder zum Einfluss von Adorno, Heidegger und anderen.
"For me there's no such thing as quotation." Intertextuality in the literary works of
Ingeborg Bachmann.
Relations beween texts (intertextuality) are one of the pet themes of recent (linguistic and
literary) research. But they are more frequently asserted than demonstrated. The study
developes the methodological equipment required to test such theses. This is then used to
examine texts by Ingeborg Bachmann, from her earliest poems to her late prose. The analysis
is able to correct some cherished 'myths' in the recent research on Bachmann, notably the
relationship between Bachmann and Celan, Bachmann's so-called 'musical poetology', and the
influence of Adorno, Heidegger, and others.
Aktuellste zuerst.
Anke Gilleir in Jahrbuch für internationale Germanistik 36 (2004), 2. Hbd., 164-167.
Gilleir findet "Verdienste und Mängel". Zu den Verdiensten rechnet sie "intensive" Textinterpretation und "dichte" Argumentation, "größte Sorgfalt" bei der Sichtung der Bachmannforschung, "stringente Argumentation" und "historischer Sinn", "konsequenter Aufbau" und "logische Beweisführung": "in den Textlektüren wird quasi jedes Wort auf seinen Bedeutungsinhalt im Kontext der Argumentation beachtet" (sic).
Zu den Mängeln rechnet Gilleir vor allem den "polemischen Ton", der sie "manchmal irritiert". Außerdem findet sie manche "lapidaren Aussagen" "keineswegs überzeugend" (ihre beiden Beispiele Kristeva und die Palimpsest-Metapher Genettes kann ich allerdings nicht recht nachvollziehen). Scheint doch das Positive deutlich zu überwiegen?
Stephanie Bird in Austrian Studies 12 (2004), 302-304.
"This book is the critical equivalent of a dissection carried out with the sharpest of scalpels
under an intense and precisely directed thousand-watt light. Joachim Eberhardt's approach is
scientific, analytical, exact and illuminating."
Vielen Dank für die Blumen! In der zweiten Auflage kommt das auf den Klappentext.
Robert Pichl in Sprachkunst 35 (2004) 2, 403-408.
Pichl hat eine schöne Zusammenfassung gegeben, er kennt sich eben aus. Danke für das Lob!
"Die nachdrücklichste Wirkung auf den Leser erzielt Joachim Eberhardts Untersuchung durch die Klarheit und Stringenz der Diskursabwicklung ... [Es] gewinnt die Untersuchung nebenbei auch noch die Funktion eines aktuellen Forschungsberichts."
Jost Schneider in der Germanistik 43 (2002), 972.
Eine etwas herablassende Kritik, die "methodologische Unzulänglichkeit" darin findet,
dass ich "nicht aus diskursanalytischer oder wissenspsychologischer Perspektive nach den
Ursachen und Folgen" der Verwechslung "von intentio operis
und intentio lectoris" gefragt hätte. Ansonsten handele es sich "insgesamt um einen
wertvollen, mahnenden Beitrag zur Bachmann- und zur Intertextualitätsforschung."
Na, Herr Schneider. Wissenspsychologie und Diskursanalyse sind Ihre Steckenpferde, nicht
meine -- wenn Sie so ein Buch lesen wollten, hätten Sie es sich selbst schreiben
müssen.
Lothar Ruttner bei volltext.net unter dem Titel "Auftakt zum Bachmann-Jahr".
Positive Rezension -- leider hat Ruttner nicht allzu genau gelesen.
http://www.volltext.net/cgi-bin/artikel.pl?id=2652
Rolf Löchel bei literaturkritik.de unter dem Titel "Ein Herakles im
feministischen Augiasstall?"
Lolf Röchel hat eine beispielhaft negative Kritik geschrieben -- nachzulesen
unter:
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=5660
Mein Leserbrief dazu:
http://www.literaturkritik.de/public/mails/leserbriefe.php?brief=4
Doris Koller bei literaturhaus.at. Sachliche Rezension, fast wertungsfrei, die vor
allem zusammenfasst:
http://www.literaturhaus.at/buch/fachbuch/rez/EberhardtBachmann/