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gedankenexperimente:freiwilliger_gefangener

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Freiwilliger Gefangener

1. Quelltext

Quelle: John Locke: An essay concerning human understanding, Book II, Ch. 21, Sec. §10. - EA 1690. Hier zitiert nach der Ausgabe: John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. In vier Büchern. Übers. und erl. von J. H. von Kirchmann. Berlin: Heimann 1872.

»§ 10. (Die Freiheit gehört dem Wollen nicht an.) Wird dagegen ein Mensch im Schlafe in ein Zimmer getragen, wo sich Jemand, befindet, den er gern sehen und sprechen will, und wird er dort so eingeschlossen, dass er nicht herauskann, und erwacht er und freut er sich, einen so erwünschten Gesellschafter zu treffen, bei dem er gern bleibt, d. h. wo er das Bleiben dem Fortgehen vorzieht, so frage ich, ob dieses Bleiben nicht freiwillig ist? Niemand wird dies bestreiten, und dennoch kann er, da er fest eingeschlossen ist, nicht fortgehen und hat nicht die Freiheit, nicht zu bleiben. Die Freiheit ist deshalb eine Vorstellung, die nicht dem Wollen oder Vorziehen angehört, sondern dem Menschen, der nach seiner Wahl etwas thun oder nicht thun kann.«

2. Szenario

Ein Mann wird, während er schläft, in einen Raum gebracht, wo sich eine Person aufhält, die er schon lange dringendst zu treffen wünscht. Er wird dort eingeschlossen, so dass er nicht selbst den Raum verlassen kann. Er erwacht und freut sich, die lange vermisste Person zu treffen. Ist sein Bleiben freiwillig?

3. Argumentative Funktion

Locke möchte den Unterschied zwischen und das Verhältnis von Freiwilligkeit und Freiheit klären.

4. Kommentar

5. Literatur

6. Schlagworte

  • Locke, John (1632-1704)
  • Willensfreiheit und Determinismus
  • Klassisches Gedankenexperiment
gedankenexperimente/freiwilliger_gefangener.1545918065.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/12/27 14:41 von jge