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gedankenexperimente:gluecksmonster

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gedankenexperimente:gluecksmonster [2018/12/01 15:31]
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gedankenexperimente:gluecksmonster [2018/12/01 15:34]
jge [3. Anmerkung]
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 ===== 3. Anmerkung ===== ===== 3. Anmerkung =====
  
-Ich weiß nicht, ob Nida-Rümelin das '​Glücksmonster'​ erfunden hat (ich nenne es lieber so als »Zufriedenheitsmonster« wie im Text, weil der klassische Utilitarismus mit den Begriffen "​Lust"​ oder "​Glück"​ operiert). Ich habe dieses Szenario jedenfalls zum ersten Mal in einer seiner Vorlesungen in den 90er Jahren in Göttingen gehört und dachte damals spontan, man müsste mal die ganzen verrückten Beispiele der Philosophie sammeln. (In Nida-Rümelins Vorlesung kam auch noch das Kalkutta-Argument hinzu.) Das ist die Keimzelle dieses Gedankenexperiment-Lexikons gewesen.+Ich weiß nicht, ob Nida-Rümelin das '​Glücksmonster'​ erfunden hat (ich nenne es lieber so als »Zufriedenheitsmonster« wie im Text, weil der klassische Utilitarismus mit den Begriffen "​Lust"​ oder "​Glück"​ operiert). Ich habe dieses Szenario jedenfalls zum ersten Mal in einer seiner Vorlesungen in den 90er Jahren in Göttingen gehört und dachte damals spontan, man müsste mal die ganzen verrückten Beispiele der Philosophie sammeln. (In Nida-Rümelins Vorlesung kam auch noch das [[gedankenexperimente:​kalkutta_argument|Kalkutta-Argument]] hinzu.) Das ist die Keimzelle dieses Gedankenexperiment-Lexikons gewesen.
  
 In Nida-Rümelins Buch dient das Szenario dazu hervorzuheben,​ dass der Utilitarismus die "​personale Verankerung"​ des Effekts (z.B. die Glücksmaximierung),​ auf den es ihm ankommt, unberücksichtigt lässt. Mir scheint aber, dass ein utilitaristischer Theoretiker das Szenario kaum ernstzunehmen braucht; es würde genügen, Benthams Maxime "Jeder zähle als einer und keiner mehr als einer" so auszulegen, dass niemandes Glück mehr als das eines andern zählen dürfte. Man würde daher das volle Glück eines Einzelnen einfach mit dem Wert "​1"​ zu versehen haben, und ob im Vergleich verschiedene Menschen ihr Glück verschieden intensiv erleben, wird damit gegenstandslos. In Nida-Rümelins Buch dient das Szenario dazu hervorzuheben,​ dass der Utilitarismus die "​personale Verankerung"​ des Effekts (z.B. die Glücksmaximierung),​ auf den es ihm ankommt, unberücksichtigt lässt. Mir scheint aber, dass ein utilitaristischer Theoretiker das Szenario kaum ernstzunehmen braucht; es würde genügen, Benthams Maxime "Jeder zähle als einer und keiner mehr als einer" so auszulegen, dass niemandes Glück mehr als das eines andern zählen dürfte. Man würde daher das volle Glück eines Einzelnen einfach mit dem Wert "​1"​ zu versehen haben, und ob im Vergleich verschiedene Menschen ihr Glück verschieden intensiv erleben, wird damit gegenstandslos.
gedankenexperimente/gluecksmonster.txt · Zuletzt geändert: 2018/12/01 15:34 von jge