Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


gedankenexperimente:pierrot_lunaire_von_strauss

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

gedankenexperimente:pierrot_lunaire_von_strauss [2018/12/01 15:59]
jge angelegt
gedankenexperimente:pierrot_lunaire_von_strauss [2018/12/01 15:59]
jge [3. Anmerkung]
Zeile 15: Zeile 15:
  
  
-Das Gedankenexperiment ist verwandt mit dem [[gedankenexperimente:​pier|Pierre Menard]], und tatsächlich verweist Levinson in einer Fußnote auf Borges'​ Text (S. 10, Fn. 13). Levinson bringt insgesamt 5 Beispiele, etwa: wenn ein mit Mendelssohns Musik zum Sommernachtstraum identische Klangstruktur um 1900 geschrieben worden wäre, wäre sie epigonal etc. Den Pierrot lunaire* habe ich aber in einem späteren Aufsatz zitiert gefunden.+Das Gedankenexperiment ist verwandt mit dem [[gedankenexperimente:​pierre_menard|Pierre Menard]], und tatsächlich verweist Levinson in einer Fußnote auf Borges'​ Text (S. 10, Fn. 13). Levinson bringt insgesamt 5 Beispiele, etwa: wenn ein mit Mendelssohns Musik zum Sommernachtstraum identische Klangstruktur um 1900 geschrieben worden wäre, wäre sie epigonal etc. Den Pierrot lunaire* habe ich aber in einem späteren Aufsatz zitiert gefunden.
  
 Levinson geht es darum zu zeigen, dass man nicht vom Entstehungskontext absehen kann, wenn man die Identität eines Werkes bestimmt. Der Entstehungskontext ist für ihn eine "​Eigenschaft"​ eines Werkes, und das bedeutet, dass auch gleiche Klangstrukturen,​ die zu unterschiedlichen Zeiten komponiert würden, sich in unterschiedlichen Entstehungskontexten befänden und damit unterschiedliche Werke wären. Diese Überlegung scheint mir die Intuition zu treffen, die ich teile, dass wir dazu tendieren, Werke nicht absolut und für sich zu betrachten. Das spiegelt sich auch in der Neigung, Werke Künstlern (Autoren / Komponisten) zuzuordnen: eine Form der Kontextualisierung. Das Argument im Menard ist, dass die Kenntnis des Kontexts hilft, den Gehalt des Werkes zu verstehen. Ästhetischer Externalismus:​ »The meaning just ain't in the piece«! Levinson geht es darum zu zeigen, dass man nicht vom Entstehungskontext absehen kann, wenn man die Identität eines Werkes bestimmt. Der Entstehungskontext ist für ihn eine "​Eigenschaft"​ eines Werkes, und das bedeutet, dass auch gleiche Klangstrukturen,​ die zu unterschiedlichen Zeiten komponiert würden, sich in unterschiedlichen Entstehungskontexten befänden und damit unterschiedliche Werke wären. Diese Überlegung scheint mir die Intuition zu treffen, die ich teile, dass wir dazu tendieren, Werke nicht absolut und für sich zu betrachten. Das spiegelt sich auch in der Neigung, Werke Künstlern (Autoren / Komponisten) zuzuordnen: eine Form der Kontextualisierung. Das Argument im Menard ist, dass die Kenntnis des Kontexts hilft, den Gehalt des Werkes zu verstehen. Ästhetischer Externalismus:​ »The meaning just ain't in the piece«!
gedankenexperimente/pierrot_lunaire_von_strauss.txt · Zuletzt geändert: 2018/12/01 15:59 von jge