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gedankenexperimente:taeuschender_daemon

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gedankenexperimente:taeuschender_daemon [2018/12/31 11:46]
jge [3. Anmerkungen]
gedankenexperimente:taeuschender_daemon [2018/12/31 11:56]
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 Täuschen wir uns nicht manchmal in dem, was wir wahrnehmen? Was, wenn es einen bösen Dämon gäbe, so wie man sich Gott vorstellt: allmächtig und allwissend, könnte der uns nicht darin betrügen, wie die Welt wirklich ist, indem er unseren Sinnen etwas vorgaukelt, was gar nicht da ist? Wenn dem so ist, dann ist keine unserer Wahrnehmungen wirklich sichere Grundlage der Welterkenntnis. ​ Täuschen wir uns nicht manchmal in dem, was wir wahrnehmen? Was, wenn es einen bösen Dämon gäbe, so wie man sich Gott vorstellt: allmächtig und allwissend, könnte der uns nicht darin betrügen, wie die Welt wirklich ist, indem er unseren Sinnen etwas vorgaukelt, was gar nicht da ist? Wenn dem so ist, dann ist keine unserer Wahrnehmungen wirklich sichere Grundlage der Welterkenntnis. ​
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 +===== 3. Argumentative Funktion =====
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 +Die //erste Meditation//​ gilt der Frage, was man sicher wissen kann und was damit als Fundament aller Erkenntnis taugt. Die sinnlichen Wahrnehmungen sind es offenbar nicht, denn in diesen findet man sich hin und wieder getäuscht. Descartes stellt die gleiche Frage dann radikaler: was, wenn man nicht nur die einzelne Wahrnehmung in Zweifel zieht, sondern alle auf einmal? Was bleibt dann übrig? Bekanntermaßen bleibt für Descartes das eigene Denken übrig. ​
  
 ===== 4. Kommentar ===== ===== 4. Kommentar =====
  
-Descartes beginnt seine Überlegung mit einem Hinweis auf den anerzogenen Glauben an einen allmächtigen Gott, um dann sich statt einen solchen Gott einen '​bösen'​ Dämon vorzustellen. Das ist die frühneuzeitliche Variante des [[gedankenexperimente:​gehirn_im_tank|Gehirns im Tank]].+Descartes beginnt seine Überlegung mit einem Hinweis auf den anerzogenen Glauben an einen allmächtigen Gott, um dann sich statt einen solchen Gott einen '​bösen'​ Dämon vorzustellen. Das ist die frühneuzeitliche Variante des [[gedankenexperimente:​gehirn_im_tank|Gehirns im Tank]]. ​Dass Descartes das "Ich denke" übrig bleibt, veranlasste schon Georg Christoph Lichtenberg zu der Bemerkung:​ 
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 +»Wir werden uns gewisser Vorstellungen bewußt, die nicht von uns abhängen; andere glauben, wir wenigstens hingen von uns ab; wo ist die Grenze? Wir kennen nur allein die Existenz unserer Empfindungen,​ Vorstellungen und Gedanken. //Es denkt//, sollte man sagen, so wie man sagt: es blitzt. Zu sagen //cogito//, ist schon zu viel, so bald man es durch //Ich denke// übersetzt. Das Ich anzunehmen, zu postulieren,​ ist praktisches Bedürfnis.« (Sudelbuch K, 76) [[http://​www.zeno.org/​nid/​20005270227]]
  
 ===== 5. Schlagworte ===== ===== 5. Schlagworte =====
gedankenexperimente/taeuschender_daemon.txt · Zuletzt geändert: 2018/12/31 11:58 von jge